Neues Ausbildungsjahr 2025: Speditions- und Logistikbranche in Berlin spricht sich entschieden gegen die geplante Ausbildungsplatzumlage aus
Berlin, 28.08.2025.
Neues Ausbildungsjahr 2025: Speditions- und Logistikbranche in Berlin spricht sich entschieden gegen die geplante Ausbildungsplatzumlage aus
Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres appelliert der Verband Verehr und Logistik nochmals eindringlich an den Berliner Senat, von den Plänen für die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe Abstand zu nehmen. Das Speditions- und Logistikgewerbe der Stadt erkennt die Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt durchaus an, hält die geplante Maßnahme jedoch für den völlig falschen Weg:
- Falsches Signal an ausbildungswillige Unternehmen
Die geplante Ausbildungsabgabe setzt ein grundsätzlich falsches Signal. Sie erweckt den Eindruck, dass mangelndes Ausbildungsengagement auf fehlenden Willen zurückzuführen sei. In Wahrheit liegt die Problematik jedoch häufig in einem Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern, strukturellen Herausforderungen oder branchenspezifischen Hürden – nicht in der Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen. Die Mehrzahl der Unternehmen aus der Speditions- und Logistikbranche hat maximal 5 bis 10 Mitarbeiter und ist bzgl. der Unternehmensstruktur und den fachlichen Voraussetzungen her gar nicht in der Lage, überhaupt auszubilden.
- Abgabe ist keine nachhaltige Lösung
Eine Strafzahlung für nicht ausbildende Unternehmen ersetzt kein Ausbildungsplatzangebot. Ausbildung ist eine anspruchsvolle Investition in die Zukunft und kann nicht allein durch finanzielle Mittel „erkauft“ werden. Vielmehr braucht es gezielte Förderprogramme, eine verbesserte Berufsorientierung und vor allem eine enge Zusammenarbeit von Schulen, Politik und Wirtschaft.
- Ungleichbehandlung von Unternehmen
Die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe schafft eine Ungleichbehandlung innerhalb der Wirtschaft. Betriebe, die aus objektiven Gründen nicht ausbilden können, werden ebenso belastet wie Unternehmen, die sich bewusst dem Thema verweigern. Eine pauschale Abgabe wird der Vielschichtigkeit der Ausbildungslandschaft nicht gerecht.
- Besser: Anreize statt Sanktionen
Statt über finanzielle Sanktionen nachzudenken, sollte der Senat ausbildungswillige Betriebe gezielt unterstützen. Wir fordern eine deutliche Aufstockung bestehender Förderprogramme, Entbürokratisierung der Ausbildungsprozesse und eine systematische Verbesserung der beruflichen Bildung. Insbesondere sollten KMU stärker entlastet und begleitet werden.
- Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Allianz
Ausbildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Verantwortung darf nicht einseitig auf die Wirtschaft abgewälzt werden. Wir brauchen ein stärkeres Bewusstsein für den Wert der dualen Ausbildung – in Schulen, in Familien und in der Politik. Eine Ausbildungsabgabe hingegen droht, das Vertrauen zwischen Politik und Wirtschaft weiter zu belasten.
Der VVL lehnt die Ausbildungsplatzabgabe in der geplanten Form entschieden ab. Matthias Schollmeyer, Geschäftsführer des VVL: “Wir appellieren an den Berliner Senat, auf Dialog und Kooperation zu setzen, statt auf Zwang und Sanktionen. Nur gemeinsam können wir junge Menschen erfolgreich auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft begleiten und dem Fachkräftemangel wirksam begegnen.”

