Steigende Dieselpreise und geopolitische Unsicherheiten belasten Logistikbranche
Berlin, 27.03.2026.
Steigende Dieselpreise und geopolitische Unsicherheiten belasten Logistikbranche – VVL fordert nachhaltige Entlastungen
Die aktuell hohen Diesel- und Energiepreise sowie geopolitische Spannungen stellen die Speditions- und Logistikbranche in Berlin und Brandenburg vor erhebliche Herausforderungen. Der Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg (VVL) e.V. warnt vor zunehmenden wirtschaftlichen Belastungen entlang der gesamten Lieferkette.
Insbesondere die anhaltend hohen Kraftstoffpreise wirken sich deutlich auf die Betriebskosten der Unternehmen aus. Diesel zählt zu den größten variablen Kosten im Transportsektor, sodass bereits moderate Preissteigerungen die Wirtschaftlichkeit von Transportleistungen spürbar beeinträchtigen. In einer Branche mit typischerweise sehr niedrigen Margen von nur etwa ein bis vier Prozent können zusätzliche Kosten kaum kompensiert werden.
Ein weiterer Belastungsfaktor sind lange Zahlungsziele von häufig 90 Tagen und mehr, die in Kombination mit volatilen Energiepreisen zu erheblichen Liquiditätsengpässen bei vielen mittelständischen Speditionen und Logistikdienstleistern führen können.
Lieferketten stabil – aber zunehmender Kostendruck
Ein unmittelbarer Zusammenbruch der Lieferketten schätzt der VVL aktuell als unwahrscheinlich ein, so dass die Versorgung von Industrie, Handel und Bevölkerung grundsätzlich sichergestellt ist. Dennoch kommt es bereits heute zu erhöhtem Kostendruck sowie punktuellen Störungen, insbesondere bei kleineren und mittelständischen Unternehmen.
Geopolitische Entwicklungen, insbesondere im Nahen Osten, verschärfen die Situation zusätzlich. Einschränkungen im Luft- und Seefrachtverkehr sowie Umleitungen von Transportströmen führen zu steigenden Kosten und längeren Transportzeiten. Sollte diese Entwicklung anhalten, ist nicht auszuschließen, dass einzelne Unternehmen Kapazitäten reduzieren oder unrentable Transporte einstellen müssen.
Branche nur begrenzt krisenfest – bestehende Instrumente reichen nicht aus
Die Logistikbranche zeigt sich zwar grundsätzlich anpassungsfähig, stößt jedoch bei stark steigenden Energiepreisen an ihre Belastungsgrenzen. Preisgleitklauseln („Dieselfloater“) können zwar einen Teil der Kostensteigerungen abfedern, gleichen extreme Preissprünge jedoch nicht vollständig aus. Zudem führen zeitverzögerte Anpassungen auf Basis monatlicher oder quartalsweiser Indizes zu zusätzlichen Liquiditätsrisiken.
Auch im Luft- und Seefrachtbereich bestehen strukturelle Einschränkungen durch zentrale internationale Routen und Knotenpunkte. Während Mehrkosten teilweise an Kunden weitergegeben werden können, bleibt die Planungssicherheit eingeschränkt.
VVL fordert nachhaltige Entlastungen statt kurzfristiger Maßnahmen
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen betont der VVL die Notwendigkeit nachhaltiger, struktureller Entlastungen für die Branche.
Kurzfristige oder zeitlich begrenzte Krisenmaßnahmen reichen aus Sicht des Verbandes nicht aus, um die bestehenden Herausforderungen zu bewältigen. Stattdessen braucht es verlässliche und langfristig wirksame Rahmenbedingungen, die insbesondere die Energie- und Abgabenlast senken und Investitionssicherheit gewährleisten.
Als zentrale Branche der Daseinsvorsorge ist die Logistik unverzichtbar für die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung in Berlin und Brandenburg. Steigende Kosten entlang der Lieferkette werden sich daher zunehmend auch auf Verbraucherpreise auswirken können.

